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Handy-SIM-Lock und SIM-Karte
Jeder Handy-Nutzer kennt ihn und hasst ihn, wenn er ihn wieder einmal braucht und nicht mehr weiß. Es ist der SIM-Lock der auch als Netzcode bekannt ist. Der SIM-Lock beschreibt die Einschränkung der Nutzbarkeit des Handys auf den entsprechenden SIM-Karten, welche bestimmte Kriterien erfüllen. Es ist ein Verfahren, damit Handynutzer mit ihrem Handy an eine entsprechende SIM-Karte, oder einen entsprechenden Netzbetreiber oder gar an eine bestimmte Form eines Vertrages gebunden werden sollen. Wenn in Deutschland ein Handy gekauft wird, welches über einen SIM-Lock verfügt. So kann dieses Telefon nur mit der entsprechenden mitgelieferten SIM-Karte benutzt werden. Es kann mit keiner anderen SIM-Karte betrieben werden ob sie nun vom gleichen Anbieter des Handys sind oder von einem anderen Hersteller. Dieser SIM-Lock war in Deutschland überwiegend bei Prepaid-Paketen, also sogenannten Guthaben- oder Wertkarten üblich hat sich aber in der Zwischenzeit auch bei subventionierten Handys mit Vertragsbindung verbreitet um diese entsprechend zu sperren. Hier handelt es sich dann aber in aller Regel um den sogenannten Netlock. Der nur noch das Netz sperrt, was bedeutet, dass die SIM-Karte auch bei anderen Handys des gleichen Netzbetreibers funktionieren. Somit wollen die Netzanbieter verhindern, dass der Handynutzer bei der Konkurrenz telefoniert. Um so die Subventionskosten durch die Einnahmen des Telefonierens wieder rein zu bekommen. In aller Regel läuft ein SIM-Lock oder ein Netlock nach zwei Jahren aus, so dass man danach seinen Netzanbieter frei wählen kann. Oder falls man nicht gewillt ist zwei Jahre zu warten damit der SM-Lock kostenlos wird, kann man auch gegen eine Gebühr von hundert Euro, den SIM-Lock des Handys schon vor Ablauf der Frist von zwei Jahren entsperren lassen. Will man nicht keine zwei Jahre warten aber auch keine hundert Euro für die Deaktivierung der SIM_Karte ausgeben, so finden sich im world wide web, auch entsprechende Anleitungen und Software, die in einigen europäischen Ländern verboten sind, um die SIM-Karte selbst zu entsperren.

SIM steht eigentlich für die englischen Worte Subscriber Identity Module. Bei einer SIM-Karte handelt es sich also um eine Chipkarte, die bei Handys benötigt wird um sich bei ihnen zu identifizieren. Der Netzbetreiber stellt damit dem Handynutzer Telefon- und Datenanschlüsse zu dessen Nutzung zur Verfügung. Außerdem werden auf der SIM-Karte Daten gespeichert. Leider haben auch SIM-Karten keine uneingeschränkte Lebenserwartung und altern. So wird davon ausgegangen, dass die Lebensdauer einer SIM-Karte eine Erwartung von 100.000 Autorisierungsvorgängen hat, bevor sie kaputt geht und nicht mehr funktioniert.

Aufgrund häufiger grundloser Anrufe bei Notrufeinrichtungen über Handys, hat der deutsche Bundesrat am 13. Februar 2009 einer entsprechenden Verordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zugestimmt, die vorsieht, dass zukünftig keine Notrufnummern wie 110 und 112, von einem Handy gewählt werden können, wenn sie nicht über eine entsprechende SIM-Karte verfügen. Dies soll gewährleisten, dass in der Zukunft jeder Handyanruf bei einer Notfallnummer zu erkennen ist und zurück verfolgt werden kann. Um so den Missbrauch von Anrufen bei Notrufnummern zu verhindern. Da zu gewissen Zeiten bei den Notrufzentralen bis zu 80% aller Anrufe, falsche Anrufe waren und sich nicht als tatsächlicher Notruf herausstellten, sondern als schlechter Scherz.